Kräutertherapie

Die chinesische Kräuterheilkunde kennt über 500 einzelne Substanzen, die in der Regel pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs sind. Die Wirkung der Kräuter basiert im Wesentlichen auf deren Geschmacksqualitäten und deren Temperaturverhalten. Der scharfe Geschmack hat beispielsweise eine nach außen gehende zerstreuende Dynamik, der bittere Geschmack eine nach unten gehende abführende Wirkung. Kräuter können eine erwärmende (z.B. Zimt) oder kühlende (z.B. Minze) Wirkung entfalten.

Chinesische Arzneimittel werden nur in Ausnahmefällen als Einzelkräuter verabreicht. In der Regel kombiniere ich acht bis 10 Kräuter zu einer individuell zusammengestellten Rezeptur. Dabei bediene ich mich der Kenntnis einer Vielzahl klassischer Rezepturen, die teilweise seit 2000 Jahren im Gebrauch sind und sich somit im klinischen Alltag offensichtlich sehr bewährt haben. Bei der Auswahl der Kräuter berücksichtige ich selbstverständlich deren Qualität (es erfolgt immer eine Prüfung auf Verunreinigung durch die ausliefernde Apotheke) und potentielle Toxizität. Auch das strenge Einhalten ethischer Faktoren wie Arten- und Tierschutz ist in meiner Praxis selbstverständlich.

Die Einnahme der verschriebenen Kräutermischung erfolgt in der Regel als Granulat (Pulverkonzentrat zum Auflösen), als Teeabkochung (Dekokt/Sud) oder in Tablettenform. Ausschlaggebend ist dabei die zu erwartende Therapiedauer, die aktuelle Intensität der Beschwerden, aber auch praktische und wirtschaftliche Aspekte. Zur Behandlung von Kindern eignen sich am besten konzentrierte Auszüge in Tropfenform.